Die den Heiligen San Vito und San Modesto gewidmete Kirche steht im Ortsteil San Vito in Cremia, nicht weit vom See entfernt. Sie war bis 1551 Pfarrkirche und ist eine der ältesten Gotteshäuser am Westufer des Comer Sees. Entlang der Außenseite des Gebäudes wurden Reste von Töpfen, Werkzeugen und anderen Gegenständen gefunden, die auf eine antiken Nekropole aus römischer Zeit hindeuten.
Die teilweise von umliegenden Häusern verdeckte Kirche wurde im romanischen Stil errichtet und im 15. Jh. umgebaut. Aus der romanischen Zeit sind der leicht geneigte Glockenturm mit zweibogigen Fenstern und kleinen Bögen (11. Jh.), eine Wand mit Hängebögen und Lisenen sowie ein bemaltes Fragment am Eingang zum Chor erhalten. Zwischen dem 16. und 17. Jh. wurde ein zweiter, noch markanterer Glockenturm mit Kuppel hinzugefügt.
Der Innenraum besteht aus drei unterschiedlich hohen Schiffen mit Spitzbögen, die auf gedrungenen Pfeilern ruhen, und einem Kreuzgratgewölbe mit Verzierungen aus dem 15. Jh. Der von einem schmiedeeisernen Gitter umschlossene Chor beherbergt einen vergoldeten Holztabernakel. An der rechten Wand befindet sich ein Fresko der Thronenden Madonna zwischen den Heiligen Sebastian und Rochus aus dem Jahr 1499 von Battista da Musso. Der linke Altar ist ebenfalls durch ein Gitter verschlossen und mit einem großen Kruzifix und einer Tafel mit den frommen Frauen am Fuße des Kreuzes von Pietro Martire della Torre di Rezzonico (1540) ausgestattet. Über dem rechten Altar befindet sich eine Madonna mit Kind aus dem frühen 16. Jh. Das Werk wird Bergognone zugeschrieben, wurde jedoch im 19. Jh. unglücklich bearbeitet und mit einem spätbarocken Rahmen versehen.