Dorio

Dorio


Dorio ist ein malerisches Dorf im östlichen Alto Lario, dessen Häuser sich an die terrassenförmig zum See abfallenden Hänge schmiegen. Der Ort hat sich sein ursprüngliches Erscheinungsbild bewahrt, jenes Leben zwischen See und Bergen, wo seit Jahrhunderten Olivenbäume, Wein und Lorbeer inmitten einer dichten, üppigen Natur angebaut werden. Die Gemeinde besteht aus kleinen Weilern, im lokalen Dialekt „Lööch”, und wird, von Norden nach Süden, von sechs Tälern durchzogen: das Valle degli Asini, das Valle di Dorio, das Valle dei Mulini sowie die kleineren Täler Torchiedo, Marcello und Maronasso.
Die Geschichte Dorios hat antike Wurzeln; Ligurer und später Kelten siedelten sich auf dem weitläufigen Gebiet an. Zeugnisse dieser Zeit sind die großen Felsen mit eingehauenen Schalen im Ortsteil Comballo, die für religiöse Rituale verwendet wurden, sowie der Palstaab, ein Beil aus der Bronzezeit, das im Stadtmuseum in Como aufbewahrt wird und Ende des 19. Jh. im Weiler Garavina gefunden wurde.
Im Mittelalter befand sich die Hauptsiedlung im Ortsteil Mandonico auf höherer Lage als das heutige Zentrum. Der alte Ortskern zwischen dem Valle di Dorio und dem Valle dei Mulini wurde errichtet, um die Einwohner vor Invasionen und Plünderungen zu schützen. Von besonderem historischem und künstlerischem Interesse ist die alte Pfarrkirche S. Giorgio, die im 14. Jh. auf einer grasbewachsenen Lichtung errichtet und im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut wurde. Im Inneren befinden sich wertvolle Fresken aus dem Jahr 1492, die die Taten des Heiligen Georg darstellen. Ab dem Ende des 17. Jh., als die Gefahr von Überfällen und Truppendurchzügen nicht weiter bestand – man erinnert sich in diesem Zusammenhang leider an die Landsknechte, die 1629 die Pest nach Dorio brachten und einen Großteil der Bevölkerung niedermetzelten –, zogen die Familien weiter nach unten in den Weiler Solmogno, aus dem schließlich das heutige Dorio hervorging. Die Verbindung zu Mandonico blieb jedoch stark, so dass die heutige Pfarrkirche, die 1676 im Zentrum des Dorfes erbaut und zuerst der Heiligen Jungfrau geweiht worden war, 1787 ebenfalls dem Heiligen Georg gewidmet wurde, als die alte Landpfarrei baufällig wurde.
Auch die Kirche S. Rocco steht für den Glauben der Gemeinde. In diesem mit Fresken geschmückten Oratorium auf 484 m Höhe legten die Einwohner 1856 ein Gelübde ab, nachdem sie von der Choleraepidemie verschont geblieben waren.
Dorio hat jedoch nicht nur Geschichte und Kunst zu bieten, sondern ist auch ein ruhiger, abgelegener Ort, der sich bestens für Urlauber eignet, die gerne wandern und entspannen. Der teilweise wilde Strand erstreckt sich über einen Kilometer Länge von der Grenze zu Corenno bis zur Ortschaft Rivetta im Norden. Er kann zu Fuß erkundet werden und wird an einigen Stellen zur Freude von Seglern, Wind- und Kitesurfern von der sanften Brise der Breva umspielt. Wanderfreunde können sich hingegen an den Wegen und alten Saumpfaden versuchen, die zwischen den verschiedenen Ortschaften verlaufen, oder den Wanderweg „Sentiero del Viandante“ begehen, der auf dem Abschnitt von Dorio besonders reizvoll ist. Dieser alte Transitweg zu den Bergweilern führt durch Kastanienwälder und bietet einzigartige Ausblicke auf die umliegende Landschaft.