Die Burg Orezia thront auf einem Felsen über der Ebene von Dervio, an der Talmündung des Valvarrone. Die Burg, die man besser als Bergfried bezeichnen sollte, da die Befestigung um den Turm aus den Mauern der umliegenden Wohnhäuser bestand, wurde im 15. Jh. zur Verteidigung der wichtigen Verbindungsstraße zwischen den Tälern Valvarrone und Valsassina errichtet. Aufgrund seiner strategischen Lage wurde er auch als Wachturm genutzt und diente zur Übertragung von Signalen von einer Seite des Sees zur anderen.
Die erste Quelle, in der eine Festung erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 1039, als das Dorf eine lange Belagerung durch die Tre Pievi Lariane aushalten musste. Der Ursprung des Namens „Orezia” ist unbekannt. Bereits Ende des 13. Jh. wurde der Ort jedoch zusammen mit der nahegelegenen Kirche San Leonardo so bezeichnet. In einigen Dokumenten aus dem 14. und 15. Jh. finden sich mehrere Varianten: orezia, oretia, horetia, holetia, olletia. Der Name könnte auf den Anbau von Olivenbäumen zurückzuführen sein oder aber auf Volesio, ein Dorf in der Gemeinde Tremezzina.
Wahrscheinlich gehörte das Gebiet am Ende des 14. Jh. der Familie Cattaneo, die gemeinsam mit zwei weiteren Häusern Dervio während der kommunalen Ära regierte. Eine Urkunde aus dem Jahr 1397 belegt, dass ein gewisser Giacomo Cattaneo verschiedene Ländereien und Güter rund um die Festung abtrat, darunter Weinberge, Felder, Bäume sowie den Teil eines Gebäudes. Alle Eigentümer dieser Grundstücke waren Mitglieder der Familien Paruzzi oder Cattaneo. Eine andere Quelle besagt, dass die Burg in den ersten Jahrzehnten des 15. Jh. während der Kämpfe zwischen Mailand und Venedig mit einer Bombarde ausgestattet wurde, welche die Bewohner zur Verteidigung erworben hatten.
Am besten sind heute von der gesamten Festungsanlage der Turm und einige Reste der alten Wohnhäuser an einer Seite erhalten geblieben. Der Bergfried hat einen quadratischen Sockel mit Schießscharten an den Seiten sowie eine Öffnung auf einem Drittel Höhe in der Westfassade. Bergseitig sind Abweichungen im Mauerwerk und in der Farbgebung erkennbar. Diese sind vermutlich auf eine unterschiedliche Bauzeit oder eine Erneuerung nach einem Brand zurückzuführen. Auf der Spitze steht seit dem 8. Dezember 1954 eine Statue der Muttergottes.
Der Turm gehört seit 1939 der Gemeinde Dervio und ist seit 2016 nach erfolgter Restaurierung für die Öffentlichkeit zugänglich.
Zu erreichen ist er über die Strada Provinciale 67 oder nach einem reizenden Spaziergang vom Ortsgebiet „Villa“ aus. Der steile, gepflasterte Saumpfad führt zwischen alten Häusern mit Bögen und Laubengängen hinauf und bietet atemberaubende Ausblicke auf den See und die umliegenden Berge.
Öffnungszeiten 2025
Vom 19. April bis zum 28. September geöffnet an Wochenenden und an Feiertagen: 9:30-12:30/15:30-18:30 Uhr
An Werktagen für Gruppen nach Vereinbarung geöffnet: ufficioturistico.dervio@gmail.com - Tel. +39 0341 804450
Bei schlechtem Wetter geschlossen.
Eintritt
Erwachsene: € 3,00
Kinder 10-16 Jahre: € 2,00
Gruppen (Min. 20 Personen): € 2,00
Personen, die im Besitz einer Eintrittskarte für den Corenno Plinio am selben Tag sind: € 2,00
Kinder bis 10 Jahre: kostenlos