Cremia

Cremia


Die Gemeinde Cremia hat antike Wurzeln und besteht aus zahlreichen Weilern am Fuße des Monte Bregagno. Diese kleinen Dörfer sind durch Saumpfade aus der Römerzeit miteinander verbunden, darunter der Weg von Vezzedo nach Motto, der das gesamte Gemeindegebiet auf halber Höhe durchquert und als Hauptverkehrsroute diente.
In dem am Ufer gelegenen Ortsteil San Vito befindet sich neben dem Schornstein der ehemaligen Spinnerei aus dem 19. Jh. die Kirche Santi Vito e Modesto, eines der ältesten Gotteshäuser am Comer See. Entlang der Außenseite des Gebäudes wurden Reste von Töpfen, Werkzeugen und anderen Gegenständen gefunden, die auf eine antike Nekropole aus römischer Zeit hindeuten.
Die Besiedlung des Gebiets von Cremia geht jedoch noch weiter zurück, wie die in den Wäldern zwischen dem Ortsteil Vezzedo und der Gemeinde San Siro entdeckten Felsgravuren aus prähistorischer Zeit beweisen.
Im Hochmittelalter war das Dorf mit Sicherheit befestigt, wie eine Reihe antiker Dokumente bezeugen, in denen Cremia als Castrum oder Burg bezeichnet wird. Die heute verschollene Feudalburg der Familie De Castro Cremiae stand wahrscheinlich auf der Hochebene von Vignola und gegenüber der Burg von Dervio am anderen Seeufer.
In den Jahrhunderten danach folgten in Cremia mehrere Feudalherren aufeinander. Ende des 15. Jh. überließ Ludovico il Moro die Gemeinde Lucrezia Crivelli und gliederte sie dem Lehen von Nesso an, bis 1545 Gian Giacomo de Medici, der Medeghino, mit der Gemeinde belehnt wurde.
Im Jahr 1580 wurde sie Teil des Lehens der Tre Pievi, das von Philipp II. an Kardinal Tolomeo Gallio übertragen wurde. Ebenfalls im 16. Jh. wurde im Ortsteil Vignola die Pfarrkirche S. Michele errichtet, die seinerzeit zum heute nicht mehr existierenden Kloster der Humiliaten gehörte. Die Kirche beherbergt vortreffliche Werke wie das Altarbild von Paolo Veronese, den Flügelalter des Bergognone aus dem 15. Jh. sowie ein Gemälde der Brüder Campi.
Mit seinen verschiedenen Unterkunfts- und Einkehrmöglichkeiten und dem schönen Strand von San Vito, der zum Sonne tanken und Wassersport treiben einlädt, hat sich Cremia in den letzten Jahren zu einem beliebten Urlaubsort gemausert. In der Gegend finden sich auch abwechslungsreiche Naturlandschaften, ideal für Wander- und Outdoorfreunde, die am Ufer entlang spazieren gehen, die antike Via Regina entdecken oder sich auf eine Bergtour wagen können.