Corenno Plinio

Corenno Plinio


Altstädte Dervio

Auf einem in den See hineinragenden Felsvorsprung in der Gemeinde Dervio liegt das malerische mittelalterliche Dorf Corenno Plinio, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Das Dorf erstreckt sich rund um die Burg auf dem Gipfel der Landspitze und gehört zweifellos zu den bezauberndsten Orten am gesamten Comer See.
Die ersten Ansiedlungen gehen auf die Römerzeit zurück, obwohl der Ursprung möglicherweise noch früher liegt, eventuell keltisch oder sogar griechisch ist, wie von einigen Humanisten der Vergangenheit vermutet, die im Namen „Corenno” die griechische Wurzel „Corintum” ausmachten. Jüngste archäologische Untersuchungen haben jedoch die Überreste einer bronzezeitlichen Burganlage innerhalb der heutigen Burgmauern zutage gefördert, was auf eine noch ältere Präsenz schließen lässt.
Vom 13. bis 18. Jh. ist die Geschichte des Dorfes eng mit der Familie Andreani verbunden, deren Mitglied Jacobo Andriani, genannt Fossato, im Jahr 1271 auf Geheiß des Mailänder Erzbischofs Ottone Visconti Lehnsherr wurde. Wie aus dem Statut von Dervio aus dem Jahr 1389 hervorgeht, war Corenno seit jeher mit dem Territorium von Dervio verbunden; 1520 wurde ihm jedoch die Autonomie gewährt, um dann 1928 wieder Teil der Gemeinde Dervio zu werden.
Die heutige Bezeichnung Corenno Plinio wurde im Jahr 1863 unter dem neuen Königreich Italien eingeführt, um sie von anderen Gemeinden gleichen Namens zu unterscheiden. Der Name geht zurück auf den römischen Richter Caius Plinius Caecilius Secundus, besser als Plinius der Jüngere bekannt, der scheinbar ein Haus am See besaß.
Das einst von Mauern umgebene Dorf zeichnet sich durch eine Abfolge aneinander gelehnter Steinhäuser und enger Gassen aus, die über steile, direkt in den Fels gehauene Treppen – sogenannte Scalotte – zum See hinunter führen. Es gibt so viele in den Stein gemeißelte und später mit Felsbrocken restaurierte Stufen, dass Corenno den Spitznamen „Borgo dei mille gradini” (Dorf der tausend Stufen) erhielt. Um Feinden den Zugang zu versperren, gab es an der Wegkreuzung massive Tore, die bei Gefahr geschlossen werden konnten und von denen einige Scharniere bis heute erhalten geblieben sind.
Am Fuße der Treppe befindet sich die Mole, die von zangenartigen, zwischen dem 19. und 20. Jh. erneuerten Mauern begrenzt wird. Seit dem Mittelalter bietet die Mole den Fischerbooten Schutz vor den Winden. Bis Mitte des letzten Jahrhunderts war die Fischerei im Übrigen die wichtigste Erwerbsquelle der Einwohner. Etwas weiter am Seeufer befindet sich das Dock, das Gianmaria Andreani zwischen 1809 und 1810 bei seinem Cousin Luigi Cagnola, einem führenden Vertreter der neoklassizistischen Architektur der Lombardei, in Auftrag gab.
Das eigentliche Herz des Dorfes ist jedoch der malerische, mit Kopfstein gepflasterte Platz, an dem sich die Burgruine und die Kirche des Heiligen Thomas von Canterbury befinden. Die nach Thomas Becket, Bischof von Canterbury, benannte Kirche wurde Ende des 12. Jh. errichtet und war ursprünglich die Privatkapelle der Feudalherren. Das Innere wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und beherbergt die Reste alter Fresken der gotischen Schule Comos aus dem 14. bis 16. Jh. An der Fassade stehen zu beiden Seiten des Eingangs zwei der drei Grabbögen der Grafen Andreani, seltene und majestätische Werke aus dem 14. Jh., während sich das dritte Gedenkmal nahe der Festungsmauer befindet.
Die im 14. Jh. vom Grafen Andreani errichtete Burg besteht aus einem Mauerwall mit zwei hoch aufragenden Türmen: einem giebelförmigen Eingangsturm zur Kontrolle des Südens und einem mächtigeren viereckigen Turm gen Norden, der später errichtet wurde. Die Burg fungierte als Festung, in der sich die Bevölkerung mit ihrem Vieh und ihren Vorräten vor feindlichen Überfällen in Sicherheit brachte. Sie stellte das letzte Bollwerk für Corenno dar, denn vom See her kommende Angreifer sahen sich auf dem einzigen Weg zum Dorf einem befestigten Block aus steilen, engen und durch Tore versperrten Straßen gegenüber, an dessen Spitze die Burg stand.

Zugang
Der Zugang ist täglich rund um die Uhr nach Zahlung eines Beitrags möglich.
Vollpreis: € 4,00
Ermäßigt (Kinder 10-18 Jahre, Gruppen von Min. 20 Personen): € 3,00
Kinder bis 9 Jahre: kostenlos

Infos: 
Infopoint Corenno Plinio: 10:00-18:00 Uhr 
www.corenno.it

Corenno Plinio


Routenplaner